Paartherapie
Wann ist eine Paartherapie indiziert?
Eine Paartherapie ist grundsätzlich dann angebracht, wenn sie von Ihnen gewünscht wird. Wenn einer von Ihnen, oder Sie beide mit der Beziehung unzufrieden sind, oder Sie immer wieder in die selben Konflikte kommen.
Wann ist eine Paartherapie nicht indiziert?
Wenn Sie bereits fest zu einer Trennung entschlossen sind. Hier kann eine Trennungsbegleitung und/oder Mediation eventuell hilfreich sein.
Wenn einer von Ihnen an einer psychischen Belastung mit Krankheitswert leidet (z.B. Depressionen, Angststörungen, Borderline-Störung, Suiziduale Gedanken, u.a.). In diesen Fällen sollte psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Wie äussern sich Beziehungsprobleme, die in einer Paartherapie bearbeitet werden können?
Manche Beziehungsprobleme äussern sich “nur” im alltäglichen Zusammenleben. Die nicht richtig eingeräumte Spülmaschine, die Socken im Flur, die falsch ausgedrückte Zahnpastatube, gegenseitige Belehrungen, Kriteleien, oder eine ganz allgmeine Unzufriedenheit mit dem Partner. Diese stereotypischen, alltäglichen Konflikte müssen noch lange kein Grund für eine Paartherapie sein, können aber in einer Paartherapie effektiv bearbeitet werden. Manchmal sind diese Alltagskonflikte aber auch “Symptome” für dahinterliegende Beziehungsthemen. Der eine Partner fühlt sich beispielsweise alleine gelassen, weil der andere alles liegen lässt. Das kann, muss aber nicht so sein. Vielleicht sind es einfach nur unterschiedliche Vorstellungen von Ordnung.
Andere Beziehungsprobleme sind eher unter der Oberfläche. Der Alltag läuft relativ harmonisch, die Einkäufe werden gemacht, Essen wird gekocht, Kinder werden betreut, man räumt gemeinsam auf, man trifft Freunde und unternimmt gemeinsam etwas. Trotzdem fühlt sich ein Partner in der Beziehung einsam, nicht gesehen und nicht wertgeschätzt. Es fehlt einem etwas, manchmal beispielsweise das Gefühl der Anerkennung oder das Gefühl der Nähe. Manchmal ist auch das Vertrauen verloren gegangen oder zumindst nicht mehr so, wie es einmal war. Die Gründe dafür sind vielfältig und sehr individuell.
Manche ungelöste Beziehungsthemen äussern sich nur in fehlender Nähe, kaum mehr Körperkontakt oder Zärtzlichkeiten, an Sex ist gar nicht mehr zu denken.
Sind die Beziehungsprobleme weiter voran geschritten, äussern sie sich stärker und direkter. Eskalierende Konflikte, gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen, Entwertungen und Beschimpfungen, bis hin zu körperlicher Gewalt. Offene und verdeckte Machtkämpfe.
Und natürlich das Standardthema “Kommunikation”. Ja, in vielen Fällen ist auch eine ungeschickte Kommunikation der Auslöser für Paarkonflikte. Deshalb ist Kommunikation in einer Paartherapie ein möglicher Bestandteil der Sitzungen. Manchmal ist eine ungüngstige Kommuniktion (Anklagen, Vorwürfe, Beschuldigungen usw.) allerdings nur ein Symptom.
Inhalte der Paartherapie
Grundsätzlich sind die Inhalte nicht vorgegeben. Sie entscheiden, an was Sie als Paar “arbeiten” wollen. Oberster Leitsatz ist in meiner Paartherapie, auf Lösungen hin zu arbeiten. Diese können auf einer ganz praktischen Ebene stattfinden. Manche Paare nutzen Paartherapie um Vereinbarungen zu verhandeln, wie die alltäglichen Aufgaben aufgeteilt werden. Welche Kompromisse möglich sind bei unterschiedlichen Vorstellungen der Haushaltsführung, der Finanzen, der Ordentlichkeit u.v.m.
Andere Lösungen entwickeln sich aus dem gegenseitigen Verständnis heraus, wer welche Konflikt- und Stressmuster in die Beziehung bringt, und wie sich diese Konfliktmuster gegenseitig hochschaukeln. Welche Beziehungsdynamik entsteht dabei? Wie entstehen dabei Konfliktspiralen und wie werden diese vom Paar aufrechterhalten? Welche neuen Verhaltensweisen kann jeder erlernen um diese Paarkonflikte zu reduzieren oder zumindest nicht eskalieren zu lassen.
Oft hilft es, den lebensgeschichtlichen Hintergrund beider Partner mit einzubeziehen. So gelangen beide Partner zu einem tiefen Verstädnis füreinander. Beide Partner erlangen so eine Souveräntität und Gelassenheit.
In meiner Paartherapie geht es insgesamt darum, die eigene Beziehungs- und Kommunikationskompetenz zu stärken und so unabhängiger zu werden. Das ermöglicht eine gleichberechtigte Partnerschaft auf Augenhöhe zu führen.